Alles rund um Pflege

Mainz, 10. Mai 2016

Zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai richten die professionell Pflegenden in Rheinland-Pfalz ihre Forderungen an die politischen Entscheidungsträger
Zu Beginn der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, FDP und Bündnis90/ Die Grünen hatte die Landespflegekammer bereits die Vorsitzenden der drei Parteien angeschrieben, um schon vor der neuen Legislaturperiode auf zwei Themen hinzuweisen, die von Seiten der Landespolitik angegangen werden müssen. Zum einen geht es um die Forderung nach einer bedarfsgerechten Finanzierung der Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz, bei der sich das Land in den letzten Jahren zu stark zurückgehalten hat. Daneben fordert die Pflegekammer eine Umsetzung des Zweiten Pflegestärkungsetzes (PSG 2) im Land, die die bereitgestellten zusätzlichen Mittel im Interesse der Pflegeempfänger für bessere Personalschlüssel einsetzt.
„In Deutschland, wie überall sonst, gilt es, die Rahmenbedingungen unter denen wir pflegen signifikant zu verbessern. Nur so können wir der tragenden Rolle im Gesundheitswesen gerecht werden und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die wir zweifellos haben, übernehmen. Wir sind es wert, dass sich unsere Situation verbessert und wir Pflege so umsetzen können, dass sie wirksam ist. Dafür ist das gemeinsame
Engagement der Pflegenden notwendig“ betont Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.
Die Landespflegekammer hat zum Internationalen Tag der Pflegenden, der jedes Jahr am 12. Mai stattfindet, eine Aktion für ihre Mitglieder initiiert. So wurden zwei Musteranschreiben für die rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten an die Kammermitglieder versendet, mit denen die politischen Entscheidungsträger durch
die Pflegenden erneut auf die zwei vorgenannten Themen aufmerksam gemacht werden sollen.
„Wir Pflegenden müssen uns stärker in die politische Entscheidungsfindung einbringen. Jede Kollegin und jeder Kollege hat die Möglichkeit, unseren mehr als berechtigten Forderungen Gehör zu verschaffen. Dazu wollen wir gerade am Internationalen Tag der Pflegenden auffordern und hierfür Unterstützung anbieten. Gemeinsam können wir unsere Rahmenbedingungen effektiv und nachhaltig verbessern“, so Markus Mai.
Bedarfsgerechte Finanzierung der rheinland-pfälzischen Krankenhäuser notwendig
Seit 2002 bis heute sind die Fördermittel des Landes für die Kliniken von 122 Mio. € auf 114 Mio. € pro Jahr gesunken. Der Baupreisindex ist im gleichen Zeitraum um 35 Prozent gestiegen. Damit stehen den Kliniken im Jahr 2016 preisbereinigt nur noch 60 Prozent der Investitionsmittel des Jahres 2002 zur Verfügung. Und schon im Jahre 2002 fand keine vollständige Ausfinanzierung statt. Die Investitionsquote ist mit 3,2 Prozent gemessen an den Gesamtausgaben der Kliniken und im Vergleich zu anderen Branchen dramatisch niedrig. Die Betriebsmittel, die zur sachlichen und personellen Ausfinanzierung vorgesehen sind, dürfen nicht weiterhin zweckentfremdet für den Investitionstopf eingesetzt werden. Die neue Landesregierung muss daher nach Ansicht des Kammerpräsidenten eine deutliche Anhebung der Investitionszuschüsse in der neuen Legislaturperiode im Sinne einer weiterhin guten Patientenversorgung auf die
Agenda setzen. „Wer weiterhin eine flächendeckende Versorgung zum Ziel hat, was in unseren Augen die politische Maxime bleiben muss, ist in der Verantwortung, die Ausfinanzierung dieser Versorgung sicherzustellen.
Umsetzung des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes muss zu Verbesserung des Personalschlüssels in stationären Pflegeeinrichtungen führen. Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs zum 01. Januar 2017, verankert im zweiten
Pflegestärkungsgesetz (PSG2), und der Etablierung des neuen Systems der Pflegegrade wird es zu einem erhöhten Personalbedarf in den Einrichtungen der stationären Langzeitpflege kommen. Das PSG 2 sieht gleichzeitig vor, dass die finanziellen Mittel für die neuen Leistungen und den damit einhergehenden erhöhten Personalbedarf
bereitgestellt werden und damit vorhanden sind. Nach Mais Ansicht müssen diese zusätzlichen Mittel mit dem Fokus Entlastung der Pflegenden eingesetzt werden.
„Die künftige Landesregierung sehen wir an der Stelle in der Verantwortung, die Verhandlungspartner in diesem Sinne mit ins Boot zu nehmen. Ziel muss sein, die zusätzlichen Gelder vollumfänglich für die Anpassung der Personalschlüssel an die erweiterten Leistungen durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zu nutzen.“
Hintergrund: Mit der einstimmigen Verabschiedung des Heilberufsgesetzes durch den rheinland-pfälzischen Landtag im Dezember 2014 ist die Landespflegekammer errichtet worden. Seit dem 01. Januar 2016 haben die Pflegenden im Land damit eine kraftvolle Interessenvertretung erhalten. Die Landespflegekammer mit ihren gewählten Vertreterinnen und Vertretern nimmt die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Mitglieder wahr. Die Vertreterversammlung hat in der Sitzung vom 02. März 2016 den Vorstand der Landespflegekammer gewählt.
Präsident der Kammer ist Dr. Markus Mai. Zur Vizepräsidentin wurde Frau Sandra Postel gewählt. Die weiteren Mitglieder des Vorstandes sind Andrea Bergsträßer, Hans-Josef Börsch, Angelika Broda, Karim Elkhawaga, Esther Ehrenstein, Renate Herzer und Christa Wollstädter.

Ansprechpartnerin, V.i.S.d.P.
Frau Sandra Postel
Vizepräsidentin
Landespflegekammer Rheinland-Pfalz
Gärtnergasse 3, 55116 Mainz, Tel.: 06131/327380, info@pflegekammer-rlp.de

Liebe Freunde, Bekannte und Interessenten

hier eine Tatsache, die wir alle kennen:

Von nix kommt nix und nix erhalten wir, wenn wir nix ändern.

Viele jammern und beschweren sich, aber das bringt uns nicht weiter. HANDELN ist angesagt!!!

Lasst es uns gemeinsam anpacken, auf einfache Art und Weise.
Wie es geht, wir zeigen es Euch gerne.

Vielen Menschen reicht am Ende des Monats das Geld nicht, oder sie müssen in der Rentenzeit arbeiten, weil die Rente nicht reicht.
Altersarmut trifft immer mehr Menschen auch nach über 40 Jahren Beitragszahlung.
Viele arbeiten heute schon in 2-3 Jobs oder müssen weite kosten- und zeitaufwendige Anfahrten zur Arbeit auf sich nehmen?
Keine Zeit mehr für sich oder für die Familie?
Sind am Ende ihrer Kräfte?
Oder sind arbeitslos und finden keine Arbeit. So läßt sich die Liste weiterführen….. Muss das sein?
Ich sage NEIN!
Wir fanden eine wirklich FUNKTIONIERENDE und SERIÖSE (IHK Empfehlung, AA Förderung ua.) LÖSUNG um gemeinsam mit anderen Menschen dieser Situation zu begegnen.

Einfach mal positiv offen sein, unverbindliche Information einholen, Gedanken mitnehmen und danach in Ruhe nachdenken.
Es kostet nur etwas Zeit, kann aber das ganze Leben verändern.
Einfach etwas Zeit nehmen und unverbindlich informieren.
Ihr könnt nur gewinnen.
Wir freuen uns auf Euch am 19.01.2016 um 19.00 Uhr in 66482 Zweibrücken, Heinkelstrasse 2a  

Da die Plätze limitiert sind, bitte rechtzeitig anmelden.

Für Termine zu weiteren kostenlosen Info-Veranstaltungen bitte anschreiben unter:  info@kochtorsten.de

Montag, 28. Dezember 2015

Saarbrücken – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) zieht eine erste positive Bilanz der Familienpflegezeit und kündigt zugleich ein neues Pflegetelefon an, um pflegende Angehörige besser zu unterstützen: „Angehörige, die selber pflegen, können sich ab 1. Januar telefonisch Rat holen, wenn sie in einer schwierigen Situation sind, wenn es wegen der Pflege Probleme in der Familie gibt oder eine seelische Überlastung droht“, sagte die Ministerin der Saarbrücker Zeitung vom Montag. Unter der Nummer 030 20 17 91 31 könnten sich Interessenten dann von Montag bis Donnerstag zwischen 9.00 und 18.00 Uhr informieren, „auf Wunsch vertraulich und anonym“.

Das seit Jahresbeginn 2015 geltende Gesetz zur Familienpflegezeit hat sich nach Schwesigs Einschätzung bewährt. Das gelte insbesondere für die bezahlte Auszeit von bis zu zehn Tagen, um im Notfall eine Pflege zum Beispiel für Vater oder Mutter zu organisieren. „Seit Jahresbeginn haben nach unseren Schätzungen rund 6.000 Personen diese Möglichkeit genutzt“, so Schwesig. Dafür seien zwei Millionen Euro aufgewendet worden.

Auch von der Möglichkeit, für 6 Monate ganz aus dem Beruf auszusteigen oder bis zu 24 Monate verkürzt zu arbeiten, werde „in einem großem Umfang“ Gebrauch gemacht. Nach Schwesigs Angaben haben dafür bislang allerdings nur 313 Personen ein entsprechendes Darlehen in Anspruch genommen. „Aber das sagt gar nichts, denn die wenigsten beantragen ein Darlehen“, erläuterte die Ministerin.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65243/Schwesig-kuendigt-Pflegetelefon-an

Ärzte Zeitung, 26.12.2015

Gesetze

Die Qualitätsoffensive der großen Koalition in der Gesundheits- und Pflegepolitik steht und fällt mit der Rekrutierung von ausreichend gut ausgebildetem Personal. Die Einführung eines neuen Berufsbildes in der Pflege ist Teil der Kampagne. Die Regierungspläne sind heftig umstritten.

Von Anno Fricke

BERLIN. Mehr als eine Million Menschen sind heute in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen beschäftigt. Der demografische Wandel wird den Druck auf den Pflegearbeitsmarkt in den kommenden 20 Jahren allmählich erhöhen.

Dazu kommen externe Schocks: Für einen sprunghaften Anstieg des Fachkräftebedarfs sorgt die Bundesregierung per Gesetz. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II holt sie ab 2017 etwa eine halbe Million Menschen auf einen Schlag unter das Dach der Pflegeversicherung. Das heizt den Pflegearbeitsmarkt weiter an. Schon heute sollen rund 40.000 Stellen in der Pflege nicht besetzt werden können.

Trotz einer Rekordzahl von derzeit rund 133.000 Pflegeschülern wird sich die Lage kaum entspannen. Prognosen des Statistischen Bundesamts oder zuletzt der Bertelsmann Stiftung gehen bis zum Jahr 2030 von einer Lücke von bis zu 370.000 Vollzeitkräften aus.

Neues Berufsbild soll es richten

Mit dem Pflegeberufegesetz schaffen das Gesundheits- und das Familienministerium ein Instrument, das Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen für den Wettbewerb um den Nachwuchs fit machen soll.

Der Entwurf ist bis in die Regierungsfraktionen hinein heiß umstritten. Die Gegner fürchten, dass sich weniger junge Menschen als bisher für die Alten- sowie die Kinder- und Jugendpflege entscheiden werden.

Das sind die wesentlichen Ziele des Gesetzentwurfes:

Generalistische Ausbildung mit dem Abschluss Pflegefachfrau und -mann. Die bisherigen Berufsbilder Altenpflege, Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderpflege sollen abgelöst werden.

– Das in einigen Ländern noch übliche Schulgeld für die Altenpflegeausbildung soll gestrichen werden. Stattdessen sollen alle Auszubildenden eine Ausbildungsvergütung erhalten.

– Ergänzend zur beruflichen Ausbildung soll die Akademisierung vorangetrieben und berufsqualifizierende Studiengänge eingeführt werden.

Erklärtes Ziel von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ist es, auf die sich verändernden Versorgungsstrukturen und Pflegebedarfe in der Akut- und Langzeitpflege zu reagieren.

Im Kern soll es darum gehen, den steigenden Krankenpflegebedarf in Altenheimen ebenso zu decken wie den wachsenden Bedarf an Altenpflege in den Kliniken.

Zustimmung und Widerspruch

Die grundlegende Veränderung der Ausbildungslandschaft in der Pflege stößt auf Zustimmung und Ablehnung gleichermaßen. Der Deutsche Pflegerat ist dafür, ein breit aufgestelltes „Bündnis für Altenpflege“ dagegen.

Dieser Gruppe haben sich die Kinder- und Jugendmediziner sowie der Verband der Gerontopsychiater angeschlossen. Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft mahnt zu Sorgfalt vor Geschwindigkeit.

Ein Grund ist das Geld. Ein von den beteiligten Ministerien in Auftrag gegebenes Gutachten kommt auf Mehrkosten von 300 Millionen Euro im Jahr im Vergleich zum Status quo.

Der liegt bei 2,4 Milliarden Euro. Das Gesetz schafft eine Umlage, die alle an den Kosten beteiligt, auch die Einrichtungen, die bislang nicht ausbilden. Das schafft zumindest kurzfristig Verlierer.

In Frage gestellt wird aber auch die fachliche Qualität des neuen Berufsbildes. Was die neuen Pflegefachkräfte können müssen, ist nämlich noch gar nicht bekannt. Vorgesehen ist, dass erst nach einer Entscheidung des Bundestags für die Generalistik die Ministerien die Lehr- und Lerninhalte per Verordnung nachreichen.

Unionspflegeexperte schießt quer

Ausgerechnet beim Pflegebeauftragten der Unionsfraktion, Erwin Rüddel (CDU), schwoll daraufhin der Kamm. Er forderte eine Änderung des üblichen parlamentarischen Verfahrens: „Die Verordnung muss uns noch vor der Beendigung des Gesetzgebungsverfahrens vorliegen. Sollte das nicht der Fall sein oder sollten die Inhalte der Verordnung nicht unseren Abmachungen entsprechen, wird es keine Zustimmung zu dem Gesetz geben.“, wetterte Rüddel.

Bei einem Fachgespräch mit Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek aus dem Familienministerium wurde Rüddel konkreter. Mindestens drei Monate sollten die Fraktionen Zeit erhalten, die Inhalte der Verordnung zu prüfen.

Dass Rüddel, der selbst aus der Altenpflegebranche stammt, sehr skeptisch gestimmt ist, lässt sich seiner Äußerung entnehmen: „Die Verordnung muss die Quadratur des Kreises schaffen!“

Laumann bleibt zuversichtlich

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann bleibt zuversichtlich, dass Anfang des Jahres ein Kabinettsentwurf vorgelegt werden kann. Aber auch er will die Katze nicht im Sack kaufen.

Es sei richtig, dass parallel zum Gesetzgebungsverfahren auch die entsprechende Verordnung zur Durchführung erarbeitet werde. Das schaffe Vertrauen und Transparenz, sagte Laumann der „Ärzte Zeitung“.

Etwas grundsätzlich Neues

Teilnehmer an den Modellversuchen mit der Generalistik, die 2008 evaluiert worden sind, geben sich entspannter. Es sei natürlich so, dass die Inhalte der bisher drei Berufe nicht eins zu eins in das neue Berufsbild übernommen würden, sagte Brigitte von Germeten-Ortmann, Leiterin der Abteilung Gesundheits- und Altenhilfe beim Caritasverband für das Erzbistum Paderborn.

Es entstehe etwas „grundsätzlich Neues“. In den Einrichtungen der Caritas waren vor zehn Jahren 24 Pflegeschüler generalistisch ausgebildet worden. Insgesamt stützt sich der Evaluationsbericht aus dem Familienministerium auf acht Modellprojekte in 18 Einrichtungen unterschiedlicher Träger in mehreren Bundesländern.

Aus Sicht von Ärzten sei es einfacher, teilspezialisierte Kräfte zu haben und die tradierten Wege weiterzugehen, sagte von Germeten-Ortmann. Das sei aber sowohl für die künftigen Schüler als auch für die Gesellschaft einengend.

Nötig sei der Gedankensprung weg vom sektoralen Denken hin zur Kompetenzorientierung. Das müsse auch in die Köpfe der Lehrer. Angestrebt werde, Pflegekräfte möglichst 45 Jahre im Beruf zu halten. Dafür bedürfe es einer weitgehenden vertikalen und horizontalen Durchlässigkeit.

 Quelle: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/902021/gesetze-sollen-pflege-reformen-bringen.html

Was macht eine Terminservicestelle?

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Berlin – Zum 23. Januar 2016 richten die Kassenärztlichen Vereinigungen regional sogenannte Terminservicestellen ein. Sie sollen Patienten mit einer Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt vermitteln. Dies hat die Bundesregierung mit dem Versorgungsstärkungsgesetz so festgelegt.

Die Terminservicestelle der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung vor Ort unterstützt Patienten auf Wunsch dabei, so schnell wie möglich einen Termin beimFacharzt zu vereinbaren. Voraussetzungen sind, dass der Patient gesetzlich krankenversichert ist und eine Überweisung zu einem Facharzt erhalten hat. Für Termine beim Augenarzt oder beim Frauenarzt isz keine Überweisung notwendig, um den Terminservice in Anspruch zu nehmen.

So funktioniert die Terminvermittlung
Sie erfahren die Telefonnummer und die Sprechzeiten der Terminservicestelle von der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung. Nach Ihrem Anruf bietet Ihnen der Terminservice innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin bei einem Facharzt an. Die Wartezeit zwischen Ihrem Anruf und Ihrem Termin beträgt maximal vier Wochen. Ausgenommen davon sind Bagatellerkrankungen und Routineuntersuchungen.

Wenn ein Termin abgesagt werden muss, sollte die Terminservicestelle und die betroffenen Praxis möglichst rasch informiert werden, um den Termin wieder freizugeben.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65230/Was-macht-eine-Terminservicestelle

ERSTELLT 09.12.2015

Von 

Die Barmer GEK hat die Windel-Ausschreibung gestoppt.  Foto: Foto: Henning Kaiser/Archiv
Die Versicherung sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, Inkontinenzartikel auf Kosten der Patienten auszuschreiben. Nach einer eigenen Prüfung zieht die Barmer GEK nun die Ausschreibung zurück. Jetzt sind wilde Theorien im Umlauf.
Seit Monaten beschäftigt den Patientenbeauftragten der Regierung vor allem ein Thema: Karl-Josef Laumann (CDU) erhält immer mehr Beschwerden von Versicherten darüber, dass die von den Krankenkassen bezahlten Windeln für Inkontinente nichts taugen. Die Patienten beklagen, dass sie vernünftige Produkte nur gegen Zuzahlung aus eigener Tasche erhalten. Im Raum steht der Vorwurf, dass die Kassen das Mittel der Ausschreibung nutzen, um die Preise auf Kosten ihrer Versicherten zu drücken.

Die Krankenkasse Barmer GEK zieht nun nach Recherchen dieser Zeitung als erste Kasse ihre Konsequenzen: Sie hat eine Ausschreibung gestoppt, um die Versicherten künftig wieder mit besseren Windeln zu versorgen. Dabei dürfte sicherlich auch die von Laumann angestoßene öffentliche Debatte eine Rolle gespielt haben. Hauptgrund ist aber ein anderer: Die Barmer GEK hat bei der Ausschreibung eigentümliches beobachtet.

Barmer GEK schöpft Verdacht gegen Anbieter

Die Barmer GEK hatte im Juli Inkontinenzartikel mit einem Auftragsvolumen von über 77 Millionen Euro ausgeschrieben. Dabei hätten alle Bewerber aber bei den Windeln „auffällig niedrige“ Monatspauschalen von deutlich unter zehn Euro angeboten, berichtet Kassen-Sprecher Athanasios Drougias. Das ist in der Tat sehr wenig: Nach allgemeiner Einschätzung sind im Monat um die 20 Euro nötig, um passable Windeln zu bekommen. Die Barmer GEK hatte daher schon früh den Verdacht, die Anbieter hätten in ihrer Kalkulation von Anfang an eingepreist, dass die Patienten notgedrungen zu teureren Windeln greifen müssen, bei denen sie selbst zuzahlen müssen.

Um den Verdacht zu überprüfen, unterzog die Barmer GEK die Gebote einer sogenannten „Auskömmlichkeitsprüfung“. Dabei stellte sich laut Kasse tatsächlich heraus, dass für einen Monatspreis von deutlich unter zehn Euro ohne Zuzahlung „keine qualitativ hochwertige Versorgung“ möglich sei. Um nicht in die Bredouille zu kommen, dennoch den billigsten Anbieter nehmen zu müssen, hob die Kasse die Ausschreibung wieder auf.

Versicherung tritt in Verhandlungen

Die Versorgung soll nun auf herkömmliche Weise geregelt werden. Dabei werden mit Interessenten Verträge über konkrete Preise und Konditionen verhandelt, denen andere Hersteller beitreten können. „Damit wird den Versicherten eine Vielzahl von Anbietern zur Auswahl stehen, die hochwertige und aufzahlungsfreie Produkte anbieten“, betont die Barmer GEK.

Laumann zeigte sich zufrieden. Offenbar setze sich auch bei den Kassen immer mehr die Einschätzung durch, dass bei der Versorgung mit Windeln derzeit „ etwas mächtig schief läuft“, sagte er dieser Zeitung. „Die Verhandlungen über Preise dürfen nicht auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen werden. Die Versorgung muss uns gerade in einem so sensiblen Bereich etwas wert sein“, ergänzte er. Die Versicherten hätten einen klaren gesetzlichen Anspruch auf Hilfsmittel, die qualitativ und quantitativ dem aktuellen Stand der Medizin entsprächen – und zwar ohne Eigenbeiträge, so der CDU-Politiker.

Theorie über Absprache im Umlauf

Wie es kommt, dass plötzlich alle Windelanbieter auffällig niedrige Preise anbieten, darüber rätselt nicht nur die Barmer GEK. In der Gesundheitsbranche kursiert eine Erklärung, die aber sehr nach Verschwörungstheorie klingt: Die Anbieter hätten sich abgesprochen, um das für sie ungünstige Mittel der Ausschreibung auf diese Weise ad absurdum zu führen und am Ende mit Hilfe der Politik zu kippen. Kenner der Szene wollen das nicht ausschließen, sie halten es aber für eine gewagte Theorie.

Dabei verweisen sie auf den starken Wettbewerbsdruck in der Branche, der es unwahrscheinlich erscheinen lasse, dass sich ein gut funktionierendes Kartell gebildet habe. Möglicherweise sei es tatsächlich schlicht der hohe Kostendruck durch die Kassen, der die Hersteller zu Tricks zwinge. Klar ist bisher nur eines: Das Bundeskartellamt in Bonn hat nach eigenen Angaben bisher keine Eingaben vorliegen, die sich mit einem Windel-Kartell beschäftigen.

AUTOR
Timot Szent-Ivanyi schreibt für uns als Autor für Politik und Gesellschaft aus dem bundespolitischen Berlin.
Quelle: http://www.ksta.de/

 

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